Neues aus dem KH - Rohrbach

Neu: abgestufte dezentrale Schlaganfallversorgung

Bisher sind fast alle Patienten mit Verdacht auf einen Schlaganfall ohne Umweg direkt nach Linz gebracht worden. Dabei wurde in Kauf genommen, dass während der Zeit des Transportes (ca. eine Stunde) keine spezifische Therapie möglich war.

Im neuen Modell der abgestuften, dezentralen Schlaganfalldiagnostik und -therapie wird diese wertvolle Zeit jetzt genutzt.

Ab Juli erfolgt die Schlaganfallversorgung primär immer im KHRO in enger Zusammenarbeit mit der LNK in Linz.

Jeder Patient mit dem klinischen Bild eines Schlaganfalls wird vom Notarzt dem im KHRO diensthabenden Internisten telefonisch vorangekündigt. Der Patient wird vom NAW direkt in das CT gebracht. Hier erfolgt der Blutungsausschluss und die Patienten Übernahme.

Die CT-Bilder der akuten CCT - Untersuchung werden mittels Teleradiologie sofort dem zuständigen Neurologen an die Stroke Unit der LNK geschickt und dort zusätzlich beurteilt.

Der Patient wird in der Zwischenzeit im KHRO auf der Intensivstation versorgt. Von Anfang an steht der behandelnde Internist am KHRO mit dem Kollegen der Stroke Unit der LNK Linz über das Schlaganfall - Telefon in telemedizinischem Kontakt.

Gemeinsam treffen Neurologe und Internist anhand des erhobenen Schweregrades des Schlaganfalls und des Beginns der Symptomatik die weitere Therapieentscheidung. Das Vorgehen folgt dabei genau definierten „Szenarien“.

So werden Patienten mit einem leichten bis mäßig schwerem Schlaganfall (NIHSS 4-10) in den ersten 4,5h vom Symptombeginn an gerechnet, gleich vor Ort lysiert und bleiben zur weiteren Behandlung im KHRO.

Im Falle eines schweren Schlaganfalles, ab NIHSS >10, und/oder eines bereits mehrere Stunden alten Geschehens wird der Patient von der Intensivstation unter laufender i.v. Lyse in die LNK überstellt, wo dann mittels komplexer Revaskularisationsverfahren die weitere intensivierte Behandlung erfolgt.

Durch dieses neue abgestufte Versorgungskonzept wird beim ischämischen Insult in dem ohnehin sehr kurzen Therapiefenster nun eine Stunde früher die Revaskularisationstherapie verabreicht und somit die Chance zur Restitutio ad integrum verbessert.

Prim. Dr. A. Ebner, KHRO

OA Univ. Doz. Dr. P. Haring, LNK Linz